Es handelt sich beim Boogie Woogie um einen Vorläufer des Rock ’n’ Roll. Seinerseits stammt er vom Swing ab, dessen Wurzeln in den Musikkneipen der US-amerikanischen Schwarzen-Ghettos 20er Jahre liegen. Schließlich steht auch beim heutigen Boogie Woogie – neben dem Spaß am Tanzen - die Freude an der Musik der 40er und 50er Jahre im Mittelpunkt.
In Deutschland wurde die Swingmusik erstmals in den 30er Jahren bekannt. Von den Nationalsozialisten war die „exotisch-abartige“ Musik verpönt, für tanzwütige junge Pärchen Mitte der 30er und in den 40er Jahren jedoch willkommene Abwechslung zum gleichmachenden Marschrhythmus. Der Mitte der 90er Jahre produzierte Kinofilm „Swing Kids“ (siehe Swingjugend) zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie die Machthaber die Verbindung aus Jugendprotest und purem Spaß am Tanzen als undeutsches Element zu unterdrücken versuchten.
Nach dem Untergang des „Tausendjährigen Reiches“ schwappte dann die Swingmusik, vorgetragen von riesigen Bigbands, unaufhaltsam über den Atlantik. Und mit der Musik kam ein ganz neuer Tanz – der Boogie Woogie.
Diesmal handelte es sich jedoch nicht nur um eine reine Namensänderung des Swingtanzes – die Swingmusik selbst hatte eine Veränderung erfahren. Der gute alte Blues war in Amerika neu überarbeitet worden, mit einer fließenden Pianospielweise, aufgebaut auf der Bassbegleitung der linken Hand. Das spiegelte sich auch im Tanzstil wider: Obwohl der Boogie Woogie im Prinzip so getanzt wurde wie der Swing, kamen die Paare nicht ins Schaukeln. Dazu war bei der schnellen Musik gar keine Zeit. Rasend schnelle Füße, allein aus der Hüfte getanzt – genau das richtige Mittel, um im zerstörten Deutschland einer aufgestauten Amüsierwut Platz zu schaffen, alles Bedrückende abzustoßen. Der Boogie-Rhythmus, viel schneller als zuvor beim Swing, war wie ein Rausch, der oft bis zur körperlichen Erschöpfung ausgelebt, getanzt wurde.
[Quelle: WikiPedia]